Es war einmal…

Gschichtli“ aus der Geschichte von FahrAwaY

2010_____________________________________________________

TANKSTELLENÜBERNACHTUNG UND FRÜHSTÜCK BEIM LANDMASCHIENENMECH

Unsere aller erste Fahrt mit dem Zirkus ist es ganz sicher wert in die Geschichte einzugehen.

Nina und Solvejg fuhren mit Traktor und Wagen ohne Karte in Richtung Berneroberland, während Valentin noch unter einem anderen Wagen mit Zange und Schraubenzieher handierte. Man soll sich dann auf der Strecke zur Übernachtung treffen. Beim einbruch der Dunkelheit bemerkten unsere beiden Zirkusdamen, dass ihr grosser roter Schlepper ohne Licht war. Die fahrt endete bei einer Cooptankstelle, dort wurde übernachtet. Valentin hatte die Karte und folglich eine andere Route gewählt. Er hat sein Gefährt neben edle Neuwagen gestellt, die ein Autohändler feil bot.

Beim ersten Morgengrauen ging es weiter. In Langenthal traff man sich beim Landmaschienenmech, denn Valentins Traktor rauchte bedenklich . Solvejgs Traktor gesellte sich zu seinem Kollege in die Werkstatt um sein Beleuchtungsproblem zu beheben und Nina und Solvejg gesellten sich hinter der Bude zu den abgestellten Wagen, wo auf dem Balkon ein wunderbares Frühstück mit Gipfeli und Tee auf sie wartete.

 

BERGTOUR

1692 m.ü.m., mehr als zwei stunden keuchen und schnaufen, doch unser Traktor hat es geschafft einen Wagen auf den Beatenberg ans Festival Bärgfride zu ziehen.

Wir hatten eindeutig die Luxuskarte gezogen. Während „normale“ Festivalbesucher in ihren Zelten schlotterten, sassen wir gemütlich im Wagen um den warmen Ofen beim Teetrinken. Aussicht und frische Bergluft inklusive.

Während einer Vorstellung wartete die nächste Überraschung auf uns. Zwei, unter Zeitdruck stehende Autofahrer, haben den Mut gefasst ein Gespräch mit unserem sprechenden Traktor aufzunehmen, worauf dieser uns kurzerhand die Anweisung gab, doch gefälligst unsere Teppiche zusammen zu rollen und die armen Autofahrer durchzulassen. Wir standen nämlich auf dem einzigen geraden und Sumpffreien Plätzchen, das noch frei war und das war die die schmale, normalerweise wenig befahrene Kiesstrasse.

Nicht zu vergessen ist auch die legendäre Bremsspur von Jonas auf derselben Kiesstrasse um das Diabolo vor dem Absturz zu retten!

 

VERIRRT

Fest davon überzeugt eine Abkürzung und somit den schnellsten Weg gefunden zu haben, landete Valentin auf einer Strasse, die immer schmaler und schmaler wurde und schlussendlich in einen Wanderweg durch den Wald überging. Glücklicherweise kam er, nach einigen bangen Minuten bergauf fahrens, zu einer Verzweigung, wo ihm dann ein gefährliches abhänge- und Wendemanöver gelungen ist…..bravo

 

2011_____________________________________________________

HALSBRECHERISCH

Unsere Mütter mussten sich gegenseitig halten, als plötzlich 10 meter über dem Boden der Scheinwerfer ein Velo auf einem Seil einfängt.

Für das Jubiläum unserer lieben Fahrbar haben wir keinen Aufwand gescheut: Feuer, fahrbares Musikpodest, welches mit einem Gabelstappler über einen Container gehieft wurde, Hochseil, Minizirkus im Zugwagen, Tuch und Musik.

 

HÜHNERJAGD

Proben in der Idylle des Bauernhofes hat auch seine Tücken. Wenn nicht gerade der Ziegenbock unser Zaungast war, hatten ganz bestimmt einige Hühner beschlossen, dass das Leben im Hühnerhof zu langweilig ist und sie deshalb dem Zirkus einen Besuch machen wollen. Was zur Folge hatte, dass wir zwischen Trapeztraining und Szenenprobe regelmässig mit einer Hühnerjagd rund um und unter den Wagen durch beschäftigt waren. Nicht gerade konzentrationsfördernd, dafür gibt’s aber direkt gelieferte Frühstückseier…019

 

ACHSENBRUCH

Unglücklicherweise hat der Wagen von Donath ausgerechnet mitten auf einer Kreuzung beschlossen, dass er nicht mehr kann. Donath hat sofort Valentin angerufen, der dann auch kurz nach der Polizei eintraf. Im glauben mit Valentin den Chef und Mechaniker höchst persönlich vor sich zu haben, willigten die Polizisten schliesslich ein, nach einer kritischen Begutachtung des wackelnden Wagenrades durch Valentin, den Wagen doch noch zur Seite zu Fahren und nicht gleich abzuschleppen. Unter dem scharfen Kennerblick unseres „Chefmechanikers“ und Polizeibegleitung ging es im Schneckentempo quer über die Kreuzung auf einen lehrstehenden Parkplatz eines Baugeschäftes. Nun folgte fleissiges schrauben, nicht nur bei Donaths Wagen um die gebrochene Achse zu entfernen, aber auch auf dem Winterquartierplatz um bei einem stehenden Wagen die Ersatzachse zu entfernen. Nach einigen Stunden und etwas Nervenkitzel konnte die Fahrt dann fortgesetzt werden.

FERIEN MIT ARMBRUCH

Da Tobias wieder in die Schule musste, haben wir vor der Dernière vier Tage Ferien am Genfersee eingeplant. Nach zwei Tagen entspannten Badens, Surfens, Schifffahrens und Ping-Pong spielens, haben wir einen Anruf gekriegt, Tobias habe sich in der ersten Turnstunde den Arm gebrochen.

Nach einer Krisensitzung und dem Beschluss, dass Zirkus bei weitem nicht so gefährlich ist wie normaler Schulunterricht, haben wir unsere Ferien abgebrochen und sind einen Tag früher nach Hause gefahren; nur um unser gesamtes Programm auf den Kopf zu stellen, bzw. ein Krankenbett auf das Wagendach zu stellen und Akrobatik-, Jonglier- und Diabolonummer abzuändern. Geigenspielen ging zum Glück noch.

Es folgten dann zwei letzte, auch für unser Stammpublikum interessante, Vorstellungen, in denen Tobias, bzw. Lasse, mit Gipsarm sein Bestes gab, irgendwie halbwegs elegant die Leiter zu seinem neuen Schlafgemach hochzukommen.

 

2012______________________________________________________

ÜELU UND FRED

Für das Hoffest am 1. Mai in Biderthal haben sich Üelu und Fred was ganz besonderes ausgedacht. Sie haben drei international bekannte Artisten von weit her eingeflogen. Doch haben sich diese unglücklicherweise ein bisschen verspätet. Während die beiden Bauern noch um einen „Huni“ wetten, dass Üelu ganz bestimmt auch auf dem Seil stehen kann und dies dann mitsamt Rucksack und Mistgabel in der Hand auch tut, kommen mit Rollkoffer übers Feld angestöckelt, zwei Gentlemen mit zwei aufgeregten Begleiterinnen. Die lang erwarteten Artisten. Noch nie auf dem Land gewesen und dauernd abgelenkt, schaffen sie es dann doch noch ihr Zirkusprogramm zu zeigen, musikalisch untermalt von Üelu und Fred.

 

JHON DEER

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Nach unsere letztjährigen Erfahrung, dass der Versuch die Wagen in Biderthal mit unseren zwei Traktörchen zu stellen nur mit Ackerboden endet, haben wir dieses Jahr gleich von Anfang an Stefan und sein John Deer um Hilfe gebeten. Für ihn war es ein leichtes unsere Wagen durch den Sumpf zu ziehen.

 

064Unser verzweifelter Versuch den Wagen mit zwei Traktoren zu ziehen. Wir sind trotzdem stecken geblieben. (2011)

 

 

 

 

REGEN MACHT SCHÖN!

Das beschlossen auch 250 Leute an unserer Dernière. Trotz strömendem Regen wollten sie sich die letzte Gelegenheit unsere Show zu sehen nicht entgehen lassen und standen eine halbe Stunde vor Beginn unter den von uns notdürftig aufgestellten Planen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUns blieb nichts anderes übrig als zu spielen. Und das taten wir! Mit Hilfe einiger Regenschirmhaltenden Statisten (für die Instrumente).

Es gab eine wunderbare, absolut durchnässte, letzte Show, die wohl unvergesslich und hoffentlich einzigartig bleiben wird.

 

GOLDRAUSCH

Für ein Engagament im unternehmen Mitte in Basel, hatten wir eine ganze Kiste mit 5 Rappenstücken zur verfügung 2500.- CHF da konnte man baden drinn. Die Kiste war enorm schwer.

 

2013______________________________________________________

KREUZBAND

Leider hat das linke fordere Kreuzband von Solvejg an der Premiere beschlossen, dass Zirkus zu anstrengend ist und seinen Dienst aufgegeben. Das hat das Leben von Solvejg aber nicht etwa erleichtert, noch am ersten Tournéeort kam Basil für eine RadAuige Rettungsaktion. Die Diabolonummer wurde im Sitzen gespielt und für den Rest vom Stück gab es als Ersatz für’s Kreuzband zwei Krücken. So hat Solvejgs Knie dafür gesorgt, dass das Stück „RadAu“ eigentlich nie in Originalfassung gespielt wurde.


STURM IN WÄDENSWIL

Die blinkende Sturmwarnung am Hafen haben wir zwar gekonnt ignoriert aber die schwarz-grünliche Wolkenwand liess uns dann doch noch vor der Vorstellung aufräumen. Trotz nächtlicher Düsterkeit und orkanmässigen Windböen, die es sogar zustande gebracht haben, einen unserer Zirkuswagen um einen halben Meter zu verschieben, haben es ein par tapfere Zuschauer gewagt zu kommen. Das Einzige, was wir ihnen bieten konnten, war leider nur eine warme Crêpe im notdürftigen Windschutz unseres Barwagens.